Suchmaschine

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Mit einer Suchmaschine (englisch: Search engine) kann man ein Dokument auf einem Computer oder in einem Netzwerk aus Computern auffinden.

Inhaltsverzeichnis

Suchmaschinen als Gatekeeper des Internet

Für viele Internetbenutzer sind Suchmaschinen der Dreh- und Angelpunkt bei ihren Streifzügen durch die vermeindlichen Tiefen des Internet. Doch die Betreiber der Suchportale bestimmen mit, wer und was gefunden wird. Ihre Engines fungieren als Gatekepper der Internet-Gesellschaft und werden bei ihrer Suche nicht selten von kommerziellen Interessen beeinflusst. Suchmaschinenbenutzer müssen deshalb nicht nur die Bedienung der jeweiligen Maschine beherrschen, sondern auch die Ergebnisse richtig einschätzen können. Was ist Werbung, was führt zum Ziel? Eine Trennlinie, die in der Welt der modernen Suchmaschinen immer weiter verschwimmt. Parallel dazu geht ein großer Teil des Internet "verloren": Das sogenannte Deep Web lockt mit einer fülle spezifischer Informationen, die von herkömmlichen Suchmaschinen noch nicht gefunden werden können.

Siehe auch: Interview mit Joachim Griesbaum

Funktionsweise von Suchmaschinen

Hinter dem Suchfeldern von Google, Yahoo! und Co steckt eine komplizierte Technik voller Algorithmen, die dem Benutzer nicht offenbart werden. Grundsätzlich lassen sich zwei Suchmaschinentypen unterscheiden:

Indexsuchmaschinen benutzen sogenannte Webcrawler, um möglichst viele Seiten in einer zentralen Datenbank mit Schlagwörtern zu sammmeln. Anschließend werden die von den Suchrobotern gefundenen Seiten dann "bewertet" (Ranking) und in einem Index eingetragen. Beim eigentlichen Suchvorgang wird in diesem Index nach Seiten gesucht, die die gewünschten Begriffe enthalten. Diese Seiten werden dann in der Reihenfolge des Rankings ausgegeben. Die wohl berühmteste Indexsuchmaschine der Welt ist Google.

Metasuchmaschinen sind Suchmaschinen, die in anderen Suchmaschinen suchen. Das klingt ziemlich verrückt, erspart dem Benutzer aber die Arbeit, selbst jede Suchmaschine einzeln benutzen zu müssen. Außerdem versucht die Metasuchmaschine, Dubletten auszusortieren und die Ergebnisse einigermaßen lesegerecht aufzuarbeiten. Mit Metasuchmaschinen kann man also auf das "Wissen" mehrerer Suchmaschinen zurückgreifen, ohne jede einzeln benutzen zu müssen. Metacrawler ist eine bekannte deutsche Metasuchmaschine. (Mehr zum Thema)

Probleme bei der Suche

Suchmaschinen sind doof: Eine Google-Suche nach dem Wort "Maus" ergibt ungewollte Treffer.

Suchmaschinen folgen einer klaren Logik - sie suchen genau das, was man eingibt. Das verursacht allerdings häufig Schwierigkeiten, weil die wenigsten Benutzer so logisch (und stur geradeaus) denken wie eine Suchmaschine. Als Schnittstelle zwischen Mensch und Computer sind Suchmaschinen mit Mehrfachbedeutungen oder Ironie überfordert: Sie erkennen nicht den Sinn, der hinter den Worten steht. Deshalb kommt der richtigen Suchabfrage, also dem Zusammenstellen der richtigen Suchworte, eine besondere Bedeutung zu.

Typische Stolperfallen bei einer Suchabfrage sind zum Beispiel:

  • Rechtschreibfehler

Eine Suche nach "nähmlich" bringt erst einmal nur die Seiten, die den gleichen Rechtschreibfehler enthalten. Immerhin: Moderne Suchmaschinen schlagen meistens einfache Fehlerkorrekturen vor.

  • Deklination

Wörter werden nicht dekliniert: Wer nach "Medienwissenschaften" sucht, wird keine Seite zum Thema "Medienwissenschaft" entdecken. Auch hier hilft es, mehrere Schlagworte zu verknüpfen

  • Synonyme

Suchmaschinen kennen die Bedeutung eines Wortes nicht - wer nach "Maus" sucht, wird mit Treffern zu Nagetieren, Eingabegeräten, Freundinnen und Zeichentrickfiguren überhäuft. Die Suchmaschine kann ja nicht wissen, welche Begrissdeutung der Suchende gemeint hat - ihnen entgeht der Sinn der Worte (siehe auch Semantic Web).

Tipps zur Suche

Nur wenige Suchmaschinenbenutzer greifen für ihre Suche auf Hilfsmittel wie Wildcards und Boole'schen Operatorenen zurück, obwohl diese ein mächtiges Werkzeug für die Formulierung passender Suchanfragen sein können. Auch die Verwendung spezieller thematischer Suchmaschinen wie Technorati (für Webloginhalte) oder Blinde Kuh (für kindgerechte Webseiten) kann die Suche erleichtern.

Kommerzialisierung von Suchmaschinen

Besonders beliebte Suchmaschinen wie Google oder Yahoo! besitzen die Macht, viele Besucher auf bestimmte Seiten zu lenken. Bei den Adwords von Google bezahlen Firmen dafür, dass ihre Webseiten bei einer Suche mit auf der Ergebnisseite stehen. Manche Seiten rücken in der Trefferliste weiter nach oben, als sie eigentlich sollten (Paid Listing).

Manipulation von Ergebnissen

Auch wenn die Algorithmen wie etwa Googles PageRank der Öffentlichkeit nicht bekannt sind, erschleichen sich bestimmte Webangebote ihren Platz auf den Vorderen Rängen durch Suchmaschinenoptimierung: Hier werden inhaltsarme Seiten auf die Kriterien der Suchmaschinen ausgerichtet, um ihren Algorithmus zu überlisten und möglichst viele Kunden zu umwerben, zum Beispiel mit einer sogenannten Doorway Page - man spricht auch vom Suchmaschinenspamming. Eigentlich passende Treffer können in der Masse aus unerwünschten Seiten leicht verloren gehen. Beim Suchmaschinenbombing werden Suchbegriffe gezielt mit bestimmten Webseiten verbunden - zum Beispiel die Suche nach "George Bush mit dem Treffer Miserable Failure.

Politik und Gesellschaft

Suchmaschinen übernehmen nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Bedeutung in der modernen Informationsgesellschaft. In manchen Ländern können Suchmaschinenbetreiber bestimmte Seiten praktisch verschwinden lassen, zum Beispiel wenn sie regierungskritische Inhalte verbreiten. In China hat Google beispielsweise starken politischen Einfluss und ist an der Zensur beteiligt. Und in den Vereinigten Staaten gaben die Betreiber eine Liste der gesuchten Begriffe an Regierungsbehörden weiter.

Weitere Informationen zum Thema

Interviews

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Literatur

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